Was bisher geschah...

Unser Grundstück wenige Wochen vor dem Baubeginn
Unser Grundstück wenige Wochen vor dem Baubeginn

Inzwischen sind seit der Unterschrift unter dem Hausvertrag bereits über sechs Monate ins Land gezogen. Da wir uns auch erst relativ spät (Oktober 2011) zu einem Bautagebuch entschlossen haben, ist natürlich schon einiges passiert (keine Sorge, das Haus steht noch nicht).

 

An dieser Stelle möchte ich einen "kleinen" Umriss der letzten Monate skizzieren:

 

Auf der Suche nach dem richtigen Partner

Unser Grundstück hatten wir schon, als wir uns Ende 2010 auf die Suche nach dem richtigen Hausbaupartner machten. Dabei waren wir mehrmals in Mannheim bei der Fertighausausstellung auf dem Maimarktgelände und haben dort die Fertighäuser unter die Lupe genommen. Allerdings sollte man beachten, dass im Laufe der Zeit manche der in den Häusern sitzenden Bauunternehmer gewechselt haben und man daher nicht wirklich einen zuverlässigen Eindruck über die Qualität gewinnen kann. Letztlich ist es wie so eine Art Wanderung durchs Neubaugebiet mit dem Unterschied, dass man in die Häuser auch hinein und sich dort inspirieren lassen kann sowie gleich den richtigen Ansprechpartner bei Fragen vor sich hat.

 

Da wir früh wussten, dass wir einen großen Teil des Innenausbaus selbst übernehmen möchten, waren wir nicht für viele Fertighausverkäufer interessant, was man zum Teil auch zu spüren bekam. Die meisten beabsichtigten, möglichst viel von ihrer Leistung zu verkaufen oder boten überhaupt keine attraktive Möglichkeit des bauseitigen Innenausbaus an.

 

Nachdem wir daher auch so manch negative Erfahrung mit einigen Verkäufern machen mussten (insbesondere weil wir selbst ausbauen wollten), blieben am Ende nur noch die klassischen Ausbauhaushersteller übrig: Massa und Allkauf.

 

Auch wenn beide zur DFH gehören, gibt es dennoch einige kleine Unterschiede, weshalb ich hier auch empfehlen möchte, sich auf jeden Fall und unbedingt im Vorfeld ganz genau die aktuelle Bauleistungsbeschreibung durchzulesen.

 

Der Verkäufer von Allkauf war zwar sehr freundlich und bemüht, aber damit war es auch schon getan. Viele unserer Wünsche und Gedanken konnten nicht wirklich von ihm verarbeitet werden und wir mussten zum Teil recht lange auf Antworten warten. Hier machte der Verkäufer von Massa einen deutlich besseren, kompetenteren und flinkeren Eindruck, auch wenn wir dort ebenfalls einige Male etwas länger auf Antworten warten mussten.

 

Über Massa haben wir im Vorfeld viel Positives und viel Negatives gehört. Bei den negativen Äußerungen ging es häufig um mündliche Absprachen des Verkäufers, die nicht eingehalten wurden, sowie nicht zufriedenstellend arbeitende Subunternehmer. Von der qualitativen Seite gab es überwiegend wenig Negatives zu lesen, tatsächlich macht das Produkt selbst auf uns einen guten und dem Wert angepassten Eindruck.

 

Nicht zuletzt, weil meine Schwester vor einigen Jahren erfolgreich mit Massa gebaut hat und bis heute zufrieden ist, haben wir uns im März 2011 endlich nach langem hin und her und vielen Gesprächen sowie Preisauskünften mit unserem Verkäufer einigen können und für den Haustyp Classic 1 unterschrieben, nachdem wir bereits vorher die Finanzierung unter Dach und Fach bekommen haben.

 

Von Vorbehalten, Bauleitern und Architekten

Bereits bei Vertragsunterschrift war noch nicht klar, ob die schweren Autokräne von Massa und Glatthaar überhaupt in unsere enge Straße passen würden. Daher haben wir uns bei der Unterschrift unter dem Kaufvertrag einen Vorbehalt einräumen lassen, ob das Grundstück überhaupt erreichbar und von Massa bebaubar ist.

 

Nachdem wir einige Wochen warten mussten, bis unser Vertrag endlich durch alle Wirren der Massa-Verkaufspolitik gewandert ist (Verkäufer dürfen keine Leistungen des Architekten verkaufen, wie z. B. den WU-Keller), konnten wir unseren ausgesprochen netten Massa-Bauleiter kennenlernen, der sich gemeinsam mit uns das Grundstück und die Zufahrt angesehen hat.

 

Er bestätigte uns, dass die Zufahrt grundsätzlich möglich ist und er lediglich Fahrzeuge mit lenkender Hinterachse benötigen würde, was jedoch nur mit einem geringen Mehrpreis (wenige hundert Euro) einhergehen würde. Nachdem der Vorbehalt ausgeräumt wurde, konnten wir auch endlich unseren Architekten kennenlernen, der uns etwas später dann zuhause besucht hatte.

 

Trotz einiger Vorbereitung brauchten wir etwa 1,5 Stunden für das Gespräch und die Bemusterung und hatten am Ende doch ein recht gutes Gefühl bei der Sache.

 

Der Schluff und die Stopfsäule

Schon vor dem Kaufvertrag wussten wir durch Gespräche mit den Nachbarn, dass unser Keller nicht gerade billig werden wird, da wir einen sehr hohen Grundwasserstand haben und ein WU-Keller wohl unausweichlich ist. Dies hatten wir auch in unsere Kalkulation mitaufgenommen und sahen dem kommenden Bodengrundgutachten recht gelassen entgegen.

 

Doch was dann kam, war zugegeben ein kleiner Schock für uns. Nach den Untersuchungen des von Massa beauftragen Ingenieurbüros war unterhalb des Mutterbodens in einer Tiefe von -0,4 bis -3,50 m eine ausgeprägte Schicht von so genanntem Schluff. Dieser umgangssprachlich auch als Lehm bekannte Boden ist nicht tragfähig und erfordert einen besonderen Aufwand für die (Tief-)Gründung.

 

Das Ingenieurbüro empfahl daher die Verwendung von Stopf- oder Rüttelsäulen, welche mehrere in den Boden bis zur tragfähigen Schicht eindringende Säulen aus einem vermörtelten Schottergemisch darstellen. Alternativ wurde das Einbringen von Brunnenringen empfohlen, was jedoch aufgrund des hohen Grundwasserstandes nur mit einer sehr ausdauernden Wasserhaltung gewährleistet ist und zudem ungeahnte Kosten mit sich bringen kann.

 

Nachdem wir uns bezüglich dieser Stopfsäulen informiert haben, wurden unsere schlimmsten Befürchtungen mit Erscheinen der Angebote bestätigt. Die Kosten für eine solche Spezialtiefgründung belaufen sich auf ca. 21.000,- Euro zzgl. evtl. Kosten bei geringfügiger Wasserhaltung. Selbstverständlich muss auch noch die Kampfmittelfreiheit nachgewiesen werden, was glücklicherweise auch durch die Auswertung von Luftbildern - aber selbstverständlich keinesfalls kostengünstig - möglich ist.

 

Damit sind unsere kompletten Pläne mehr als nur durcheinander geworfen worden. Und nach einer kurzen Phase von Schnappatmung und Schockstarre haben wir dann irgendwann den roten Stift gezückt und so schweren Herzens einiges aus unserer Planung gestrichen (Adieu Garage...).

 

Selbstverständlich war es mit den unbedachten Mehrkosten damit noch nicht erledigt, denn dazwischen kam auch noch dazu, dass Massa Haus 1.000,- Euro mehr für den WU-Keller wollte, als mit dem Verkäufer vereinbart war und die von ihm während des Verkaufsgesprächs bestätigten Jalousien der Wintergartenelemente, welche auch im Prospekt abgebildet sind, eben doch nicht im Lieferumfang beinhaltet sind.

 

Einige Gespräche und einer mehr oder weniger ordentlichen Einigung später war zumindest das erledigt, was den Architekten aber nicht daran hinderte so manchen Punkt nicht zu bedenken, was dann am Ende wieder einmal mit einigen Kosten und vermeidbarer Zeitverzögerung einherging.

 

Unser Grundstück bekommt Masern und eine Nummer

Nach einigen Diskussionen ungeliebter Art mit der Stadt und der Kreisverwaltung (laaange Geschichte) bekamen wir vier Wochen nach Einreichen des Bauantrags ein dickes Bündel in der Post und wir glaubten kaum, was uns aus dem Umschlag entgegen fiel: der rote Punkt. Die Baugenehmigung ist durch. Da war die Freude groß und die vorbereitete, kühl gelagerte Flasche Sekt schnell leer.

 

Einige Tage danach erhielten wir dann auch noch ein Schreiben von der Gemeinde, wobei es sich hierbei um die Information der zugeteilten Hausnummer handelte, womit das Ganze irgendwie einen offiziellen Charakter erhielt.

 

Die Last muss ja irgendwo hin

Als wir auf der Suche nach einem Unternehmen für das Schreckgespenst Wasserhaltung waren, wurde unser Vorhaben mit den Stopfsäulen von einem dieser Firmen skeptisch beäugt und uns nahegelegt, eine zweite Meinung einzuholen, da er sich diese völlig überdimensionierte Tiefgründung nicht vorstellen konnte.

 

Nach kurzer Überlegung nahmen wir den Vorschlag an, da es zwar eine weitere Investition bedeutete, dennoch aber die vage Hoffnung bestand, einen großen Kostenpunkt signifikant reduzieren zu können. Also entschieden wir uns für einen regionalen Experten und dieser bekam von uns das Bodengrundgutachten zur Prüfung.

 

Schnell äußerte er, dass es hier scheinbar unvollständige Aussagen bzgl. der zu empfehlenden Tiefgründung gibt und er sich von so einem Bodengrundgutachten mehr versprechen würde, zum Beispiel vermisste er eine Setzungsberechnung, welche aus seiner Sicht eigentlich selbstverständlich sein sollte.

 

Da diese Leistung nach Anfrage bei dem Massa Ingenieurbüro jedoch wieder extra gekostet hätte, haben wir uns entschieden, die weiteren Berechnungen von dem lokalen Ingenieur machen zu lassen. Der kostet zwar auch sein Geld, kennt dafür aber die regionalen Gegebenheiten besser und liefert zudem eine zweite Meinung.

 

Aktuell gibt es hier noch nichts Neues. Wir warten noch immer auf die Ergebnisse der Berechnung, nachdem leider einige Wochen ins Land gingen, weil Glatthaar keine Angaben bzgl. der Statik ausgeliefert hat, bevor der Keller nicht von Massa bauftragt wurde. Dies ist zwar inzwischen erfolgt, aber dennoch ging hier leider viel Zeit verloren, was hätte vermieden werden können.

 

Konkreteres zum Souterrain 

Letzte Woche lernten wir nun auch unseren Bauleiter von Glatthaar kennen, der ebenfalls wie der Massa Bauleiter einen sehr guten Eindruck auf uns hinterlassen hat. Dies macht uns Mut, dass zumindest die Hauptaufgabe von Glatthaar bzw. Massa, nämlich einen Keller und ein Haus zu bauen, zufriedenstellend gelöst wird.

 

Unsere Fragen wie z. B. bzgl. des größeren Kellerfensters, welches wir selbst einbauen wollen, oder der Dämmung, welche wir ebenfalls selbst anbringen möchten, wurden erschöpfend beantwortet und ließen keine Unklarheiten zurück.

 

Nun warten wir also im Moment noch auf das Ergebnis der bereits oben genannten Setzungsberechnung, damit wir uns für eine geeignete Tiefgründung entscheiden können und unser Bauvorhaben voranbringen können.

 

Das war in aller mir möglichen Kürze die Zusammenfassung der letzten Monate. Wir haben also einiges an Höhen und Tiefen bereits durchgemacht, ohne dass am Grundstück schon irgend etwas Bedeutsames passiert wäre. Einfach war es bisher nicht, dennoch stehen wir beide noch voll hinter unserem Projekt und bleiben dran, dass sich unser Traum erfüllt.

 

Ab jetzt werden die Einträge kürzer (hoffe ich)... ;-)

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